Still, in sich gekehrt, und mit einem Lächeln nach innen, das gerade noch, an den Rändern, aufzuzeichnen wäre, im Augenwinkel, wenn man gerade nicht so genau hinsieht, selbst auch nach innen lächelnd, stumm.
Autor: solminore
Noch einmal Sprachwandel
Wie lautet eigentlich das Präteritum von hauen?
Was ist ein Born?
Was bedeutet sich (einer Sache) verdanken?
Daß Sprache sich wandelt, ist nichts Neues mehr und scheint sogar in den Köpfen der Mitglieder der DUDEN-Redaktion begriffen worden zu sein. Daß dies ein nicht aufzuhaltender Prozeß ist, hat sich zwar noch nicht herumgesprochen, ist aber ebenso richtig. Daß Sprachwandel weder gut noch schlecht ist, diese Ansicht würden wohl wenige Sprecher des Deutschen oder irgendeiner anderen Sprache teilen. So dürften wohl nicht wenige darüber besorgt sein, daß Ausdrücke oder Flexionsformen, die doch bis eben noch, wenn auch nicht zur Umgangssprache, so doch zum normalen schriftsprachlichen Wort- und Formenschatz des Deutschen gehörten, auf einmal in der aktiven Sprachkompetenz jüngerer Menschen fehlen und zum Teil gar nicht mehr verstanden werden. Besonders erschreckend ist das, wenn der Altersunterschied gar nicht so groß ist. So wunderte sich einmal ein etwa zehn Jahre jüngerer Kommilitone über den Ausdruck streitbar („Die Sueben sind die streitbarsten unter den germanischen Stämmen“).
Es ist schlimm genug, daß man als Glieder unterschiedlicher Generationen in verschiedenen Welten zuhause ist. Schlimm genug, daß heute kulturelle Phänomene, die eine lange und reiche Tradition haben, wie etwa die abendländische Oper, nicht nur nicht mehr vermittelt, sondern, wen wundert’s, von den Jugendlichen ignoriert werden. Am Schlimmsten aber ist der beginnende Verlust einer gemeinsamen Sprache. Als Linguist weiß ich, daß diese Formulierung übertrieben und am Sprachwandel nichts zu bedauern ist (weil es nämlich keine objektiven Kriterien für „Verlust“ oder „Gewinn“ gibt). Bestimmte Erscheinungen sterben ab, andere wachsen nach. Nur weil die ersten alt sind, sind sie nicht besser, ebensowenig wie die neuen schlecht oder Zeichen eines „Verfalls“ sind, nur weil es sie erst seit gestern gibt.
Als Muttersprachler aber und jemand, der in seiner Sprache zuhause ist, der seine Sprache aufgrund ihrer Möglichkeiten schätzt, sie um ihrer ihrer Schönheiten aber auch ihrer Widerstände und Unzulänglichkeiten und erst recht um der in ihr verfaßten Literatur willen, jawohl: liebt – beunruhigt mich ein solcher Wandel, bedaure ich ihn, empfinde ich ihn als Verlust.
Zwei, die nicht dieselbe Welt bewohnen, können sich, ist nur die Sprache noch gemeinsam, über die Unterschiede ihrer Welten verständigen. Zwei die nicht mehr dieselbe Sprache sprechen, nehmen einander womöglich nur noch als Kuriosität wahr. Schwerer als das aus gegenseitigem Vorbeisehen stammende Auseinanderdriften der kulturellen Welten ist das Auseinanderdriften der Sprachen.
Was uns trennen wird, ist dann nicht mehr, daß ich bei „Homer“ an den „ersten Dichter des Abendlandes“ (Latacz) denke, jüngere Menschen aber an eine Witzfigur mit dem Nachnamen Simpson; die Trennung reicht tiefer also nur die unterschiedlichen Assoziationen zum Stichwort „Hannibal“ (Elephanten hier, Lämmer da): Was uns dann trennt, ist die Sprache, und was beunruhigt, ist der Gedanke, wir könnten einander bald nicht mehr verstehen. Keine Fremdheit fühlt sich so vollkommen an, wie die sprachliche. Man muß nicht erst unter Menschen geraten, die eine ganz andere Sprache sprechen als man selbst; muß nicht erst in die Zwangslage kommen, ein ernstes und obendrein kompliziertes Anliegen mit Händen und Füßen verständlich machen zu müssen. Es genügt, in einem Gespräch ein Wort zu gebrauchen, das der andere nicht versteht – oder über das er womöglich in Heiterkeit ausbricht. Manchmal reicht eine Aussprache, die anderen auffällt, um sich verunsichert und höchst unbehaglich zu fühlen. Ich erinnere mich, daß ich einmal wegen meiner Aussprache des Wortes Walnuß (mit langem a) und über meine Zitierform des Fragepronomens was (ebenfalls langes a) regelrecht ausgelacht wurde. Dialektsprecher in einer Hochdeutschen oder Hochdeutschsprecher in einer Dialektregion dürften dieses Unbehagen ständig spüren. Eine vermeintlich falsche oder abweichende Aussprache kann manchmal sogar zur Stigmatisierung führen oder wird zum entlarvendes Zeichen (Shibboleth). Um wieviel mehr beunruhigt es, wenn sich herausstellt, daß man gar nicht verstanden worden ist, wo doch vermeintlich ich und der andere dieselbe Sprache sprechen. Es kommt manchmal vor, daß ich gegenüber Nachhilfeschülern Übersetzungsvorschläge gebrauche, die im Wortschatz des Schülers nicht vorkommen. Das Verb trachten war ein solcher Fall.
„Trachten“?? fragt meine Schülerin zurück, und ich kann deutlich die beiden Fragzeichen hören. „Trachten!“ entgegne ich, „hast du noch nie das Wort trachten gehört?“
Kopfschütteln.
„Wie in jemandem nach dem Leben trachten“
Kopfschütteln.
Während das unbehagliche Gefühl, das mich bei derartigen sprachlichen Differenzen beschleicht, noch eher persönlicher Natur ist, finde ich die Vorstellung in größerem Maß beunruhigend, daß, wenn die Umwandlung von Wortschatz und Flexion in dieser Geschwindigkeit fortschreitet und nicht auf Einzelfälle beschränkt bleibt, bestimmte Kulturgüter nicht mehr rezipiert und ihre Kenntnis, Präsenz und Verfügbarkeit für den täglichen Diskurs nicht mehr vorausgesetzt werden kann.
Ein paar Wochen später sagt mir meine Schülerin entrüstet, sie formuliere ihre Aufgabe doch nicht aus, vor allem, wenn sie die Primärtexte selbst nicht verstanden habe.
Warum habe sie es denn nicht verstanden?
Na ja, wenn das so komisch geschrieben sei …
Aha, denke ich. Wahrscheinlich kamen so merkwürdige Wörter wie nach etwas trachten vor. Übrigens sagte sie nicht „Primärtext“.
Man muß sicher nicht zu Kleist oder gar Luther hinabsteigen, um Texte zu finden, die merkwürdig geschrieben sind. Wahrscheinlich ist bereits Thomas Mann merkwürdig im Sinne meiner Schülerin. Wenn aber gewisse Texte, die ein klassisch gewordenes Kulturgut befördern, nicht mehr gelesen werden, weil die Sprache darin unverständlich ist, dann greift dieses Unverständnis auch wieder zurück auf die Trennung der kulturellen Welten. Irgendwann haben wir dann vielleicht die groteske Situation, wie sie John Updike in Toward the End of Time in einer Nebenszene schildert, wo er in einer etwa hundertjährigen Zukunft ein junges Mädchen eine gekürzte und mit erläuternden Anmerkungen versehene Ausgabe eines „Klassikers des ausgehenden zwanzigsten Jahrhunderts“ lesen läßt. Gemeint ist Noah Gordon. Weit hergeholt ist das nicht: Heute liest man an deutschen Gymnasien Das Parfum.
Ob meine Schülerin Das Parfum gelesen hat, weiß ich nicht. Der Name Christoph Willibald Gluck sagt ihr jedenfalls nichts. Der Name Jaques Offenbach auch nicht. Aber ich soll ihr ja auch Latein beibiegen, nicht die Musikgeschichte.
Vielleicht bin ich ja zu streng. Man kann nicht alles lernen, der Wissenszuwachs der Menschheit ist enorm, Selektion unabdingbar, die Konzentrations aufs Wesentliche wichtig. Schließlich muß man heute wissen, wie ein Textverarbeitungsprogramm funktioniert, wie man ein Mobiltelephon programmiert oder ein Filmchen bei Deineröhre hochlädt – das mußten wir zu meiner Zeit nicht. (Leider hat es den Anschein, daß die Fähigkeit, im Internet Relevantes von Unsinn zu unterscheiden, nicht zu diesen neuen Kernkompetenzen gehört. Jedenfalls ist die Herangehensweise derer, die mit diesem Medium aufgewachsen sind, von bemerkenswerter Blauäugigkeit.)
Ursache und Wirkung lassen sich aber auch umdrehen: Denn woher sollen bestimmte, heute auf das Schriftliche beschränkte Formen wie das Präteritum von hauen (für die jüngeren Leser: hieb) oder Vokabeln wie streitbar denn gelernt werden, wenn nicht aus den Texten, die aufgrund ihrer vermeintlichen Schwierigkeit gemieden werden? Daß diese Präteritalformen, daß diese Ausdrücke nicht mehr Teil des Sprachschatzes sind, beweist nichts anderes, als daß die Texte, in denen sie überhaupt erst begegnen, nicht mehr Teil der Lektüre derer sind, die heute in die deutsche Sprache hineinwachsen oder lernen sollen, sich mit mehr als nur dem allergröbsten Werkzeug in ihr auszudrücken: Sie sind dann nicht mehr Figuren im Sprachspiel, und insofern machen sie dieses Spiel ärmer.
Kultur und Sprache sind in diesem Sinne aufs engste miteinander verwoben. Es gibt keine lebendige Tradition ohne Kenntnis auch aus der Mode gekommener sprachlicher Form; und die Kenntnis dieser Sprachstufen wiederum versetzt erst in die Lage, literarische Traditionen zu rezipieren und weiterzutragen, daran mitzuwirken, daß der Faden nicht abreißt. Dazu scheint mir aber auch die Bemühungen von Schule und Elternhaus nicht ganz unwichtig zu sein. Irgendwo muß es eine erste Berührung, ein Hinführen geben. Als Kind haben wir noch selbstverständlich die Grimmschen Märchen im Urtext gehört. Ich bin sicher, daß das „komisch geschrieben ist“. Gestört hat es uns nicht. Hauptsache, es wurde uns vorgelesen. Selbstverständlich ist aber heute gar nichts mehr.
Daß ich nicht weiß, was ein Mudda-Spruch ist, mag noch dahingehen. Daß meine Schüler den Namen Gluck nicht mit Musik sondern mit einem Huhn verbinden – das läßt sich richten. Wir leben bereits in zwei entfernten Welten, die sich nur im Trivialen noch überlappen. Ich weiß ja auch von einem Menschen namens Bushido nur den Namen und schließe messerscharf, dies müsse ein Japaner sein. Uninformiert bin ich also ebenso wie meine Schüler. Und aus der Sicht dieser Schüler ist mein eigenes Wissen ebenso belanglos wie Bushido für mich belanglos ist. Wichtig ist wohl, daß man sich trotzdem nicht aus den Augen verliert – und daß man sich verständigt, und es einem nicht gleich die Sprache verschlägt, weil man ausgelacht wird.
Immerhin habe ich nicht erklären müssen, was eine Oper ist. Es gibt also noch so etwas wie eine gemeinsame Basis, die nicht gänzlich trivial ist. Inzwischen weiß ich auch ungefähr, wer Bushido ist.
„Dann wollen wir mal weiterlesen“, sage ich zu meiner Schülerin und beende meine Ausführungen über Christoph Willibald.
Sie aber sieht mich an mit großen Augen und fragt:
„Was ist denn eine Owertühre?“
Nager
Acht Uhr morgens, und der ganze Tag schon, jung wie er ist, bereits angefressen von Menschen, allüberall, ihr Wollen und Eilen, ihr Müssen und Vorwärts! so umtriebig und stur, wie von emsig auf Zerstörung sinnenden Nagern. Schwere behäbige Trauben, so stehen sie an den Bushaltestellen und Supermarktkassen, ihrer eigenen Vielzahl triumphierend selbstgewiß. Düsternis im Blick, starren sie Löcher in ihre eigene Zukunft, jedes für sich, und füllen die Straßen mit ihrer abgelegten Zeit. Ab und zu rudert einer mit den Armen wie mit Luftwurzeln, ballt einer die Faust, legt eine andere den Kopf an die Scheiben, als ermüde sie ihre eigene Anwesenheit, alles rennt auf Kommandos, die eine windschiefe Ampel leuchten läßt, los jetzt! Und so hasten sie, glücklich, nicht denken zu müssen, froh, das denken der Ampel und den Asphaltzeichnungen überlassen zu haben. Hasten zum Morgen zurück, der ihnen schon beim Aufstehen abhanden gekommen ist, stieren, wenn’s mal nicht vorangeht, wie die Kühe am Zaun und üben sich in Atemlosigkeit. Sie teilen sich wie Hefezellen. Mit ihrer Vielzahl arbeiten sie rührig an der Abschaffung des Einzelnen. Sie stampfen mit den Füßen, bis die Dimensionen zu würgen beginnen, die Farben verblassen und die Distanzen mürbe werden vor Ekel. Alles ist voller Kratz- und Nagespuren. Nichts ist heil, die Nacht hat Menschen wie ein Hund Flöhe hat. Armes Tier Dunkelheit. Alles schon einmal abgeschritten, man merkt es den Wegen an. Wie leid sie es sind. Die Stadt ächzt unter den Sohlen. Die Ferne läßt den Horizont im Stich. Es ist ja doch alles vermessen und kartiert.
Die Ampel springt auf Grün. Irgendwo wird man schon ankommen. Hauptsache, man hält nicht auf der Kreuzung an. Bleibt einfach stehen. Dreht sich um. Manchmal sind sie sich selbst eine Last. Nur aufgeben, einfach aufgeben, nein, das schaffen sie nicht, das kriegen sie einfach nicht hin.
nox antiquissima
Noch einmal und noch einmal dieser Himmel, wie er sich von den Wipfeln emporschwingt, als brächte uns das Jahr seine übersehenen Tage zurück. Wir wandern. Über stockundsteinige Wege, quertagein, und die Tage, blinzelnd und taub, stehen Schlange in den Höfen der Lilien. An den Kreuzungen blitzen die Eicheln. Knisternde Gedichte stromern im Laub, stundenlang nähert sich Hufgetrappel, aus einer Ferne mit Flüssen, nähert sich, kommt nie an. Man muß sich die Sterne denken, so hell, daß die Karavanenreiter am Tage sich werden danach richten können. Hände lassen Leinen laufen. Wasser steht unter dem Berg. Wiesenwinde jagen einander Schatten ab, und die Luft lacht von sonnigen Vögeln. Aus der Flasche spritzt es übers Schlüsselbein und schreibt ein Staunen auf deine Brust. Die Blicke bekommen Schwingen, wenn sich der Tag nach langen Stunden an den Scharten der weitesten Hügel bricht, dann an den näheren, dann an den überm Tal stehenden, bis der Westen vor die Füße kollert und der Umschlag zur Nacht gelingt. Müde sind die Schuhe. Ein Kiesel rollt noch vom Weg, dann ist es Nacht. Deine Zunge schmeckt nach Leder und Rauch. Du lachst, daß es von den hängenden Schatten widerhallt. Das Zelt ist aus Himmel, wir liegen, die Hügel wandeln im Traum. Während wir ruhen, quietscht die Nacht in den uralten Angeln.
Linie
Supernova
Heute morgen zieren blattauf und blattab Photographien einer ehemaligen Supernova die Titelseiten der Zeitungen. Aus dem Augenwinkel noch eine Überschrift erhascht („Kosmologisches Rätsel“), im Vorbeigehen ein Wort aufgeschnappt („das Universum dehnt sich schneller aus“), und auf einen wissenschaftlichen Durchbruch gehofft. Dunkle Materie endlich dingfest gemacht? Dunkle Energie bald schon zum Heizen verwendbar? Weit gefehlt.
Der Nobelpreis für Physik ist verliehen worden, und zwar einer Forschertrias für eine Leistung, die mehr als zehn Jahre zurückliegt. Bereits Ende der 90er Jahre nämlich schlossen Saul Perlmutter, Brian P. Schmidt und Adam Riess aus Beobachtungen entfernter Supernovae auf eine beschleunigte Ausdehnung des Universums. Natürlich wird der Nobelpreis nicht für die Forschungsleistungen von letzter Woche verliehen, schon allein deswegen nicht, weil sich wissenschfatliche Ergebnisse der Überprüfung standhalten und sich erst noch bewähren müssen. So dauert es oft Jahre, bis die Tragweite einer Erkenntnis und damit die Bedeutung der Forschungsarbeit in der Fachwelt anerkannt wird. Aber.
Aber der Zinnober, der dann über die Preisverleihung gemacht wird, nervt gewaltig. Wieder einmal ist es ein Ärgernis, wie gedankenlos und hektisch bestimmte Ereignisse als der Aufnahme durch die Medien würdig befunden werden – während anderes, was sicher ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger wäre, getrost unter den Tisch fallen darf. Reflex statt Reflektion. Es geht nicht um die wahre Bedeutung von Ereignissen oder auch nur um den Versuch oder die Anstrengung, einer Bedeutungszuweisung, die sich aus der Tragweite der Ereignisse selbst heraus begründen ließe. Zumeist steht in den Medien sowieso immer nur das, wovon ohnehin alle Welt redet. Daß dieses aber immer das ist, worüber sich zu schreiben, nachzudenken und zu debattieren lohnt, darf bezweifelt werden. Und so gab es eben ein Mozartjahr, aber kein Petrarcajahr. Es wurde über den Wohnungsbrand in Ludwigshafen tagelang bis zur Erschöpfung berichtet, aber die Zahl der Verkehrstoten auf deutschen Autobahnen regt niemanden mehr auf. Gestorben wird immer und überall, aber nur wenige schaffen es, bei einem Spektakel ums Leben und in die Medien zu kommen. Ist der Tod der anderen weniger schlimm?
Und jetzt prangt in schöner Uniformität überall das gleiche Photo eines Supernovarests auf den Zeitschriften, als sei mit der Bekanntgabe der Preisträger auch unsere Position im Universum neu bestimmt worden. Dabei hat man das alles seit Jahren nachlesen können. Und offensichtlich haben alle bei der gleichen Bildagentur eingekauft.
Rummel statt Rationalität: Mich ekelt es, zu sehen, wie die Verleihung eines Preises wichtiger genommen wird als die Leistung, die er ehren soll.
Ce Pe, eine Begegnung
Und dann ist da wieder diese Stimme, die plötzlich als Du denkbar wird und auch so gedacht werden muß, nicht mehr nur als sie, die ehemalige Kollegin, die Wiederaufgetauchte, sie, die jetzt eben selbstvergessen und mit den Gedanken überall, nur sicher nicht bei mir, die Straßenbahn betritt.
Sie wird fremd bleiben. Die unverhoffte, nun schon zum vierten, fünften Mal wiederholte Begegnung ist eher dazu geeignet, mich mir selbst zu vergewissern, als ihr über das aufblühende Du hinaus näherzukommen. Erst im zweiten Gedankenschritt erkennt sich dieses Selbst, in einem anderen Blick erkannt, erkennend wieder, benamst findet es einen Namen und als Ich dieses Du. Dieses Gefühl: Man möchte was machen. Man möchte gemeinsam sich einem Stück Welt zuwenden und darin die Abdrücke, das Gekräusel, den Schatten des anderen überkreuz und wieder zurückgeführt zum Eigenen betrachten. Die Spuren und die wellenförmigen Spiegelungen, das wäre schön, die Interferenzen. Für eine kleine Weile, bis man wieder zurückgestoßen ins Alleinsein mit einem einzigen Augenpaar zurechtkommen muß, noch einen Zweitblick haben, einen gedoppelten Sinn für die Welt, ein paar Stündchen lang, die ihrerseits gedoppelt wären, da deine Zeit und meine ja zweifach zählte. Von ihrem Gesicht zur Sonne und wieder zurück. Da liefen Hunde im Park. Ein Drache stiege und fiele aufwärts in den Tümpel des Septemberblaus hinein. So viele Menschen, und sie, du, und das eigene Alleinsein, es wäre wunderbar aufgehoben bei ihr. Ich möchte mich selbst bei ihr abgeben. Bitte, nimm du ihn mal einen Nachmittag. Und mich dann dort, bei ihr, bei dir, einfach vergessen und nicht wieder abholen. Ich müßte auf nichts aufpassen, am allerwenigsten auf mich. Ich könnte mich ganz dem Staunen überlassen, daß du nicht ich bist, sondern ein anderer, und mit dieser anderdeinen Stimme zu mir sprichst und mit dieser wunderdeinen Stimme mich meinst.
Aequinoctium
Blau war von je der Name des Monds, blau hießen die Stunden,
die unterm pflaumigen Blick Wolken mit Jahren versehn.
Nerium
Unsichtbar im Dunkeln blüht der Oleander. Seine Kelche schwimmen in den Strömungen der Nacht. Durstig schlagen sich die Wurzeln in die Kübel der Träume. Von den Staubfäden weiß man nur, was tags sichtbar ist, Perspektive ist alles, die Nacht aber hat man weiß nicht wieviele Dimensionen. An den Überscheidungen schimmern die Petalen. Nyx, die schlafwandelnde Göttin, zerwürfelt die Wege mit links.
Noch einmal Nacht. Abgerungen den Glocken des Schlafs. Träume von Hunden und elegischen Distichen fallen dem Wachbewußtsein später wieder ein, da ist die Nacht ohne Halt von den Scheiben gerutscht. Vögel halten sich versteckt, die Kamine haben die Fäuste in den Taschen vergraben. Ein seltener Gott heißt Vergnügen. Die Sprache baumelt von einem buntbemalten Apfelbaum.
Zeit, Feuer zu machen und einen Topf mit Kieseln zum kochen aufzusetzen.
VIA NOVAESIANA 13.9.2011
Schreiben in den Spinnfäden des frühen Morgens. Schreiben gegen diese Spinnfäden. Schreiben und warten. Warten und denken. Das Haus ist still wie ein Tier. Wie nur schlafende Löwen still sein können, alle Kraft und Gefahr in die Träume aufgespult. Die Nacht hockt vor dem Fenster, ihre Klauen am Glas. Und die Worte wagen sich heraus wie schüchterne Mäuse. Wenn man nicht aufpaßt, sind sie gleich wieder futsch. Verhuscht in den Spalten der Müdigkeit.
Autofahrer
Einer der hartnäckigsten Irrtümer der Autofahrer besteht darin, anzunehmen, nur weil man einen Motor hat, müsse man auch überhall freie Fahrt haben.
Gestern ist einer von denen einem Hindernis auf der Straße ausweichend auf den Bürgersteig gerollt und hat mir fast den Fuß abgefahren. Einmal ist mir dasselbe mit einem Mofafahrer passiert, der auf dem Trottoir glaubte, bei einer Ampelstauung seinem Recht auf freie Fahrt Geltung verschaffen zu können. Auf meinem geharnischten Brüller,, er solle gefälligst die Fahrbahn nehmen kam die Antwort: „Das geht doch nicht, da ist doch Stau!“
Ich meine, wo sollen wir denn noch hin, als Fußgänger? Die Hauswand hoch? In den Gulli runter? In ein kosmisches Wurmloch kriechen? Quantentunneln? Am besten selbst ans Steuer: Es ist der Zuruf eines Autofahrers an einen Fahrradfahrer überliefert, warum der denn nicht Auto fahre „wie normale Leute“
Der Gehweg ist ja bereits ein letztes Reservat, das uns Fußgängern zähneknirschend zugestanden wird. Daraus kann uns offenbar jeder motorisierte Idiot vertreiben, wenn ihm die Straße nicht ausreicht. Denn: Stillstand ist der Tod. Alle Räder müssen rollen. Vorwärts Marsch!
Wir brauchen mehr Verbote
In der Ausgabe 36, 2011 der Wochenzeitung <i>Die Zeit</i> ging es im zweiten Leitartikel über die Zunahme von Verboten im öffentlichen Raum. Der Ruf nach Verboten wie dem Rauchverbot oder dem jüngst diskutierten Alkoholverbot im ÖPNV und in Stadtgärten komme, so der Autor Jens Jessen von Leuten, die anderen nicht gönnen, was sie sich selbst verbieten.
Eine solche Ansicht ist nicht viel besser als der sture Zynismus, mit dem Raucher verkünden, es störe sie ja auch nicht, wenn andere Leute nicht rauchen. Sie ist verwandt mit dem Selbstbewußtsein von Leuten, die erst Lärm machen und einen dann auch auffordern, woanders hinzugehen, wenn man seinem Unmut über den Lärm Ausdruck verleiht.
Worum geht es nämlich? Um nichts anderes als den Primat der Störung. Wer den um Ruhe bittenden mit dem Hinweis entläßt, er könne ja woanders hingehen, dreht das Verursacherprinzip um: Nicht derjenige ist jetzt für die Störung verantwortlich, der die Welt verändert (durch Rauch, durch Schall, durch Kotze), sondern der, der sich davon gestört und beeinträchtigt fühlt. Selbst schuld. Braucht sich ja keiner Gestört fühlen.
Als ob man sich dazu entschlösse! Wenn Jessen allen Ernstes behauptet, Nichtraucher mißgönnten Rauchern die Freiheit, die sie sich selbst nicht nehmen, so ist das ein Schlag ins Gesicht all derer, die freiwillig und ohne von einem Verbot gegängelt zu werden, Rücksicht nehmen und Zurückhaltung in ihren Lebensäußerungen üben. Diesen friedlichen und angenehmen Zeitgenossen zu unterstellen, sie treibe doch bloß der Neid der Gehemmten um, wenn sie nach Verboten riefen, ist eine Frechheit. Wer so schreibt, übersieht, daß es eine Not ist, die Verbote fordert, wo Rücksicht nicht mehr walten will. Man fragt sich, ob Herr Jessen jemals unter einem Geräusch oder einem unangenehmen Geruch gelitten hat. Vielleicht fährt er Auto und geht nie in ein Restaurant, man weiß es nicht. Der öffentliche Raum ist für alle da, eben darum, weil er öffentlich ist. Da ihn alle sich teilen müssen und ein Mensch dem anderen ohnehin schon eine Zumutung ist, ist es wichtig, daß man einander so wenig Reibeflächen wie möglich zukehrt und für ein Minimum an Exposition bietet. Dazu gehört nun einmal auch, niemandem Gerüche und Klänge aufzuzwingen, und also, nicht zu rauchen, regelmäßig Körperpflege zu betreiben und die Musik zu Hause zu hören. Das ständige Geklingel aus den ungezählten Kopfhörern, das mittlerweile schon zur normalen Klanglandschaft im ÖPNV gehört, ist für empfindliche Menschen so schwer zu ertragen wie für andere eine quietschende Tafelkreide. Der Verzicht auf eine halbe Stunde Musik ist dagegen schadlos und darf gefordert werden.
Einen Lebensstil zu leben ist in Ordnung. Andere, die den selben öffentlichen Raum mit einem teilen, zu unfreiwilligen Zeugen dieses Stils zu machen, ist rücksichtslos, unverschämt und dreist.
Wir brauchen nicht weniger Verbote, im Gegenteil. Wir brauchen noch viel mehr davon, im Maße nämlich die freiwillige Rücksichtnahme für altmodisch erachtet wird und ihre Rolle bei der Gestaltung eines friedlichen Miteinanders nicht mehr wahrnehmen kann.
Öööööööö!
Hööööööööööö!
Üüüö!
Hhhhhöü, höü. höööö!
Ü, ü.
Alles, was ich von hinter der Scheibe, blickauf aus dem Souterrain verstehe, sind gerundete Vokale. Die werfen sie sich zu wie Sportler im Wettkampf. Es ist nicht zu sagen, ob sie, hüo, hüo! ein Team bilden oder gegeneinander spielen, Üüüüüüüüüüüü! Öh, öhööhhöö! Zwischendrin klettern sie auch auf dem Gerüst herum, dann geht es öööööööhü! nach oben und aus einer Höhe, die mein Kopf im Nacken nicht mehr zuläßt, schallt es, etwas hohl zwischen den Wänden hin und her echoend, zurück, uuuuuuuuö!
Mal lauter, mal leise, mal fast ein rundvokalisches Gemurmel, murmumühür. Dann wieder klingt es, als müßten sie sich ÖÖÖÖÖÖääärrr! auf die Brust trommeln. Wer die Vokale mit dem größten Öffnungsgrad hinkriegt, darf vielleicht ein Weibchen decken, öh, öh, öh!
Oder ist es eine besondere, den schwierigen akustischen Bedingungen einer Baustelle angepaßte Phonation? Lassen sich Informationen so besser über Bauteile, -schluchten und -höhen hinweg übermitteln? Eine Art Pfeif- oder Trommelsprache im Land der Baustellen-Guanchen? Ai, aihaaai, macht jetzt einer, und ein anderer steht dabei und schüttelt den Kopf. Ein anderer Dialekt, ein Sprachfehler, oder einfach noch ungeübt? Öi, öhööööi, korrigiert einer, und von oben schallt es: Öh! Öhööööö!
Konsonanten kommen fast gar nicht vor. Allenfalls ein gerundetes Rrrrrrrrrö. Plosive scheinen gar nicht in Gebrauch zu sein. Vielleicht tragen solche Laute schlecht, weil sie von Pfeilern und Säulen und Streben abprallen und unterwegs akustisch zersplittern. Wer soll da noch eine Botschaft heraushören? Wichtig ist sicher der Tonfall, das Auf und Ab oder oft auch das Verharren auf einem hohen Ton. Manchmal hohl und brünstig, manchmal eher scharf und gepreßt (wie unter erbärmlicher Anstrengung bei Verstopfung), läßt es an die Zurufe und Pfiffe, das Johlen und Heulen in der Männerumkleide und -dusche eines Badehauses denken. Höööööööö! Höh, hö! Errrrrg!
Sogar das Gelächter ist gerundet, von männlichen rrrrrrrs und chchchchs durchsetzt, hör, hör, hör, hüchch, hüüühüühüch!
Und ein paar Minuten später pfeifen sie wirklich, und das Pfeifen folgt der selben Intonationskurve nach, die eben noch die gerundeten Vorderzungenvokale beschrieben haben. Vielleicht, denke ich mir, hängt das mit den Entfernungen zusammen. Auf ein paar Schritt: Üüüüö. Auf zehn oder mehr Meter: Pfiffe.
Wenn das nichts mehr hilft, müssen sie eben wieder zum Zeigen und Fuchteln, zum vokallosen Weisen und unrunden Winken übergehen.
Schönheitsideale
Bauradio
Hammerschläge, Kiesgeprassel, Motorengeräusche, in Ordnung, ich sehe ein, es geht nicht anders, wenn man ein Haus bauen will (und sei es auch nur Wohncontainer). Aber bei der Musik hört es auf, Radio muß nicht sein, Eins Live ist vermeidbarer Lärm. Man kann auch ohne zusätzliche Radiobeschallung hämmern und sägen. Schlimm genug, daß das Bauen nicht geräuschlos geht — aber muß man es mit Vorsatz noch schlimmer machen? Ich meine, die Baufritzen machen es ja sogar an, damit man was hört! Dabei vergessen sie, daß sie nicht die einzigen sind, die es hören: Lärm ist auf eine ziemlich fiese Art demokratisch.
Was ich nicht begreife ist dann folgendes. Ich habe jetzt, um das Geplärre nicht hören zu müssen, mich selbst mit Musik versorgt. Es ist eine Auswahl meiner Lieblingsstücke, und doch, wie soll ich sagen, hab ich es nach zwei Stunden satt. Nicht, weil es immer dieselben Stücke sind, bis jetzt hat sich noch gar nichts wiederholt, nein, ich bin einfach müde, ja, erschöpft, die Töne fallen mir zur Last, ich bin ganz einfach voll, habe mich sattgehört. Nicht noch was Süßes? Nein! Und jetzt frage ich mich: Die Bauarbeiter da draußen, wie halten die das Gedudel acht Stunden aus? Irgendwann muß doch auch mal Schluß sein. Oder lernt man das auf dem Bau? So wie man lernt, sich nicht auf den Daumen zu hauen? Aber wenn man das erst lernen muß – wär’s nicht besser, einfach kein Radio zu hören?
„Ach, wir hören da gar nicht mehr hin.“
„Warum machen Sie’s dann nicht aus?“
Warum machen sie’s überhaupt an?
Ikarus

Nostos kai algos
Wäre man erst gar nicht weggefahren, hätte man es nicht bemerkt, nicht in solch gräßlicher Schärfe. So aber kommt dem aus der Stille der abgelegenen Insel Heimgekehrten angesichts der brausenden Fahrzeugströme, der überfüllten Pendlerzüge, des polyglotten Elends allenthalben überscharf zu Bewußtsein, in was für einer mühseligen, stampfenden, lärmenden und banalen Tretmühle er sein tagtägliches Dasein fristet.
Fern von hier kann man, wenn man den Kopf dem Sand nähert, so daß das Meeresrauschen hinter die Dünen zum Gemurmel zurückfällt, die Sandkörner hören, wie sie sich an den Halmen des Strandhafers reiben. Am morgen war das. Da hatte man noch Schlick an den Füßen und die Sonne im Haar, und nichts stand dem Auge im Weg. Es gibt wenige Dinge, die so elementar sind, so unprätentiös machtvoll, wie die See. Und es gibt weniges, was so trivial ist wie eine Millionenstadt.

Ich habe mir einmal geschworen, es nie so zu machen wie meine Eltern. Vergebens, ich stecke schon mittendrin im Mist.
Besser, man fährt erst gar nicht weg. Wenn der einzige Effekt einer Urlaubsreise der ist, einem die Trübsal des Alltags durch Gegensätze zu Bewußtsein zu bringen, bleibt man besser zu Hause. Dann bleibt einem auch der Schmerz des Heimkehrens, die Nostalgie in ihrer Schattenbedeutung erspart.
(ohne Titel)

Sonntag
Das Verächtliche an diesen Tassen, ihre blanke Gleichgültigkeit, mit der sie ihren Inhalt verteilen. So wie das Licht auf Tischen und Tellern herumliegt, wie es beiläufig auf billigem Messerstahl blitzt, wie es absolut nicht wählerisch sein will mit dem, worin es sich spiegelt; wie dann die Wanderschuhe unterm Tisch noch den Kellerstaub vom Winter zeigen und oben die Sonnenbrillen ins Leere starren; wie dann die Münder mit jener unergründlichen Zufriedenheit, wie sie nur Sonnenbrillenträger hinkriegen, in die vogelstimmensatte Luft hineinplappern; und das billige Parfum, und die Omapelze; und wie die Kellnerin in Strumpfhosen, Handschuhen, Mütze und Schal neuen Kaffee bringt; und wie die Spatzen herumhüpfen nach Kekskrümeln; Feiertagslippenstift und Wanderkarten; und wie die Ebene unter der Burg daliegt wie ein schamloses langes Gähnen; und wie dann alles kein Ende haben wird, einfach kein Ende finden kann, die geschminkten Lippen nicht und die lauernden Blicke hinter der Sonnenbrille, die Meisen nicht und der Kaffee nicht, und man schon am Sonntag die Erschöpfung des Montagmorgens in alles Knochen spürt, die allumfassende Erschöpfung aller jemals durchlittenen Montagmorgen, und wie alles unvermeidlich nur darauf zulaufen wird, auf den nächsten Tag, als sei das unser aller Schicksal, einem nächsten Tag entgegenzuschweigen, für immer diesem nächsten Tag; genauso, einen Kaffee herunterwürgen, der schon nach Später schmeckt und doch jetzt bereits unsäglich bitter ist; die Fahnen klirren hören, im Tiefkühlobstkuchen stochern, den Kindern zusehen, wie sie verzweifelt zwischen den Tischen umherspringen, um jede Stunde dieses Sonntags ringen und nicht wissen, was besser ist: die Stunden zu verlängern oder sie besser schon im Abbau zu vergessen? Und wie man schon weiß, daß die Wohnung sich nach so viel erstem Frühjahrslicht später anders zeigen, das Treppenhaus schon anders riechen wird, nach Drinnen und Wänden, nach Verschalung und dumpfem Staub; wie man dann auf dem Absatz kehrtmachen möchte; wie man nicht kehrtmacht; wie die Uhr über den Küchentisch tickt; und wie die Kirchenglocken gedämpft über die Ebene heraufgeschwungen sind, Kindertage heruntergezählt haben, und die Müdigkeit abgeschnüffelter Teppiche, Nasen am eiskalten Fensterglas, und die Glocken, schwingen und schwingen, die Kellnerin dampft vor Atem, draußen gibt es nur Kännchen, und die Stühle sind angekettet, fugenlos und vernünftig stehen die Mauern, die Schleifen an den Wanderschuhen sind mit Doppelknoten gesichtert, am Nachbarstuhl lehnen die Turbokrücken, es knistert von himalayatauglichen Geweben; dieser Sonntag ist eine einstweilige Verfügung, Geldstücke klimpern wie eine Losung, aber wer kann sich schon freikaufen? Und wie dann der Gedanke an eine Flasche Wein samtig aufschimmert, und wie dann, trink nicht so viel, sagt jemand, morgen ist Montag da mußt du früh raus.

