DSGVO

Mich als nicht-kommerziellen, fremdgehosteten Blogger für die Datenerhebung meines Hosting-Services in die Verantwortung zu nehmen ist so, als wäre ich persönlich haftbar für die Brandschutzmängel in einem Haus, in dem ich eine Wohnung angemietet habe. Oder für die Mißachtung der Hygienevorschriften in einem Hotel, in dem ich eine Nacht verbringe. Und es ist so, als hätte ich die Pflicht, mich über eventuelle Brandschutzmängel oder Hygienenachlässigkeiten vorab zu informieren und entsprechende Gegenmaßnahmen einzuleiten, auch wenn sie jenseits meiner technischen Möglichkeiten liegen.

(Ich muß ja auch nicht persönlich für einen Datenleak bei meinem Internet-Provider geradestehen, nur weil ich dessen Dienste im Sinne des Vertrags für ein Telephonat genutzt habe. Aber vielleicht kommt das ja auch noch.)

0 Gedanken zu „DSGVO

  1. Ja, es ist tendenziell absurd. Vor allem weiß niemand so richtig, wo unsere Eigenveranwortung effektiv anfängt.

    Vielleicht so: In der angemieteten Wohnung sollte ich kein Lagerfeuer auf dem Parkett veranstalten und auch nicht unbedingt nachts bei Licht und ohne Vorhänge nackt herumlaufen – etc.

    Da kann dann der Vermieter auch nichts mehr für mich machen, wenn ich Schaden anrichte.

    So irgendwie

    1. Das Feuer im Wohnzimmer ensträche in der Analogie etwa einer groben Urheberrechtsverletzung; oder wenn ich Texte justiziablen Inhalts posten würde. Dafür bin ganz alleine ich verantwortlich. Aber darauf, daß ein Angebot, das ich nutzen darf, auch legal ist, möchte ich mich schon verlassen können.

  2. Gut, dass du das Thema aufbringst.
    Ich dachte bisher auch, die DSGVO gehe nur kommerzielle Seiten was an. Aber was ist, wenn ich eine Rezension poste, die mir vielleicht irgendwann mal einen Auftrag bringt, oder auf eine geplante Lesung meiner Texte hinweise?
    Auf jeden Fall drängel sich schon die Berater, die unsereins aus als Fremdgehostetem dringend anraten, eine Datenschutzerklärung einzustellen, um vor Abmahnungen sicher zu sein. Diese gibt es für mich ja auch kostenlos z.B. per datenschutz-generator.de, aber wer sagt mir, was die Klauseln bedeuten, die irgendeine IT-Kanzlei da reinschreibt? Und wie viel Vertrauen habt ihr eigentlich in Automattic?

    1. Mir ist vor allem schleierhaft — kommerziell oder nicht — warum ich als Blogbetreiber, der eine bestimmte Software benutzt, auf die er keinerlei Einfluß hat, zur Verantwortung gezogen werden soll. Das widerspricht meiner Rechtsintuition. Ich kann ja nicht einmal vermeiden, daß WP Werbung einspielt. Natürlich werde ich mich nicht auf meine Rechtsintuition verlassen, sondern das Blog ab dem 25. so lange offline schalten, bis sich die Lage geklärt hat. Daß ich Maßnahmen ergreife, bedeutet aber nicht, daß ich mich hier in der Verantwortung sehe.

    1. Das fehlte noch, daß WP europäische Blogger rausschmeißt. Aber klar, das wäre die Konsequenz, eigentlich. Das würde bedeuten, WP bietet Staatsbürgern, die auf einem Gebiet mit Prohibition wohnen, keinen Alkohol mehr an.

  3. Als Nutzer des kostenlosen Dienstes von WordPress sehe ich tatsächlich keine Möglichkeit, auf die Verarbeitung der Kommentardaten oder verwendete Datenanalysefunktionen Einfluss zu nehmen. Habe ja kaum Platz für Impressum und Datenschutzerklärung. Mit dem eigenständigen Betrieb eines CMS dürfte für mich als technischen Laien die Umsetzung der RL allerdings auch nicht ohne weiteres zu machen sein. Schade, darauf zu warten, bis sich die Lage geklärt hat – das kann dauern…

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