Bei jedem Gespräch übers Für und Wider des mobilen Telephonierens bekommt man die gleichen Entgegnungen. Man mag es nicht mehr hören! Es geht nicht darum, ob das Mobiltelephon praktisch ist. Es steht ja außer Frage, daß es das ist. Wer die Nützlichkeit des sogenannten Händies als Argument ins Feld führt, preist das Essen als Mittel gegen den Hunger. Eine Kritik indes, die das Gegenteil behauptet, scheitert an den Tatsachen. Nein, es geht darum, wie man eine Haltung begründen kann, die das Mobiltelephon ablehnt, obwohl es praktisch ist. Also um Gründe, die für den Ablehnenden mehr Gewicht haben als alle Nützlichkeit. Das können nur moralische oder ästhetische sein.

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  1. Kürzlich bin ich eingeknickt und habe auf Reisen neuerdings eins dabei. Meine Mutter geht auf die Achtzig zu und ich möchte erreichbar sein, falls etwas passiert. Ansonsten liegt es ausgeschaltet auf dem Schrank im Flur.

    1. Es gibt immer einen guten Grund, das Mobiltelephon zu benutzen. Umso wichtiger scheint mir, Gründe dafür zu suchen, es trotzdem nicht zu tun. Was hätten Sie vor zwanzig Jahren in dieser Situation gemacht?

      Natürlich könnte man auf derselben Linie einen Menschen mit Kopfschmerz, der Aspirin nimmt, fragen, was hättest du vor hundert Jahren gemacht? Man muß nicht alles aushalten, was heute vermeidbar ist, nur weil man’s früher mal ausgehalten hat. Und man muß nicht alles Unbequeme in Kauf nehmen, nur weil man es früher selbstverständlich in Kauf genommen hat — hat nehmen müssen.

      Ich wehre mich nur gegen die Leichtsinnigkeit, mit der manchmal moderne Errungenschaften als indispensabel dargestellt werden. Und beim Händie stört es mich besonders — weil der Kollateralschaden in meinen Augen enorm ist. Nicht nur in ästhetischer sondern auch in lebenspraktischer und sozialer Hinsicht.

      1. Was mich betrifft, sehe ich es tatsächlich als ein “Einknicken”. Wie die Kreditkarte (auch so ein Un-Ding) möchte ich das Handy tatsächlich nur in Notfällen einsetzen. Ich fürchte den Gewöhnungeffekt, hoffe aber noch, dass man mich niemals in einem Restaurant mit einem Handy erwischt.

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