Haarig (Martial II, 62)

Quod pectus, quod crura tibi, quod bracchia uellis,
     quod cincta est breuibus mentula tonsa pilis,
hoc praestas, Labiene, tuae — quis nescit? — amicae.
     Cui praestas, culum quod, Labiene, pilas?

Daß du die Brust epilierst und zupfst dir die Arme und Beine;
     daß ums rasierte Organ schmiegt sich aus Stoppeln ein Kranz,
wer weiß es nicht?, Labienus, das bist du der Freundin wohl schuldig.
     Wem aber schuldest du’s wohl, daß du den Arsch dir rasierst?

0 Gedanken zu „Haarig (Martial II, 62)

    1. Martial zum Feind zu haben, muß sehr unangenehm gewesen sein. Der Jambendichter Archilochos soll sogar den Vater eines Mädchens, das er hatte heiraten wollen, jener ihm aber verweigerte, mit seinen Spottgedichten in den Selbstmord getrieben haben. Das waren Zeiten, wo die Literatur noch was bewirken konnte 😉

      Gar keine richtige Ausgabe. Ich stöbere immer hier herum.

      1. Heute macht man das nicht mehr mit Literatur, sondern mit Internet …

        Das ist ja mal wieder ein nützlicher Link! Ich hatte mich über die angelsächsische (?) Schreibweise (v=u) gewundert.

  1. Hui….das ist wirklich zynisch und krass. Der so Verspottete wird der Lächerlichkeit preisgegeben. Oh ja, Worte können manchmal genau so hart oder sogar härter als Taten treffen….
    LG von Rosie

    1. Man darf allerdings nicht den Fehler machen, die Zielscheiben von Martials Spott in jedem Fall für reale Personen zu halten. Echte Hiebe mag es wohl auch gegeben haben; doch ist das Epigramm genau so ein literarisches Spiel wie die Liebeselegie. Eine echte Corinna, Lesbia oder Lycoris hat es — in den geschilderten Eigenschaften und Handlungen — auch nicht gegeben.

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