Auf dem gefrorenen Bohlenweg knackt es, wenn der schmale Eisfilm zwischen den schwingenden Brettern unter den Schritten bricht. Es hört sich an, als käme der Weg auf einem Holzbein hinterdrein gehinkt. Ich weiß, daß hinter mir niemand ist, ich habe mich schon dreimal umgedreht, aber, knack, knack, ich drehe mich auch noch ein viertes Mal um, felsenfest überzeugt, daß mir diesmal wirklich jemand auf den Fersen ist.
Wie aus einer nebligen Milch ragen die abgeblühten Fruchtstände der Calluna. Gerötete Schwielen, Frostbeulen, das Kameraobjektiv, eine schwarze, glänzende Sonne, bringt die erhoffte Wärme nicht.
Die Dämmerung bleibt lebendig. Der Schnee springt den Vögeln nach, ohne sie je zu fangen.
Das Ticken der Stricknadeln kann die Dämmerung nicht einholen. Schon hängt der Rettungsring mit dem recherchierbaren Schiffsnamen und Heimathafen (Erena Majuro) im Dunkel der frühen Nacht an seinem Gartenzaun, dient Landrattengeistern zur Rettung. Unterm Schnee Träume von Seeleuten, dick wie Teer sintert der Tee in der Kanne, die Nacht schwimmt allen Inseln voraus.
Bald übernehmen die Spiegelungen das Draußen.
Selten drängt sich der Grund unter den Füßen auf. Wörter wie Geestkern bleiben abstrakt. Felsen schafft es kaum an die Oberfläche, der Granit erstickt im Sand, was die See nicht beansprucht, fristet unter Dünen und Kiefern eine Art windgeschenktes Dasein.