Sommer, ein Aufholen des Jahrs. Langsames Strömen, in Beharrlichkeit, unmerkliches Schreiten. Die Fernen schießen Garben von Wärme ab, auf den Feldern liegen die Heuballen wie betrunkene Tagelöhner herum, im mürben Laub am Waldgrund platzen Hitzebomben. Luft scheuert an Luft wie die Haut zwischen Zehen. Hart straffen sich die Muskelstränge der Buchen, mit geschwollenen Wurzeln graben sie nach Wasser. Oben kreischen die Schnecken auf den Wegen, während sich die Schatten ins tiefere Gehölz zurückziehen. Verborgen ruht irgendwo ein Lichtfleck auf einem Polster erschlaffter Dunkelheit.
Monat: Juli 2025
Hürxberg am Ellerntubel
Am guten Ort, auf der Rückseite der Morgenvögel. Im Nußbaum wird die Sonne immer leichter. Seufzende Spatzen, Ideen von weither, manches Fenster ist geöffnet zum Schlaf. Langes, langes Atemholen des Morgens. Der sich erinnert; eine alte Jacke überwirft, die ich kenne von damals, als sie neu war und vor Gegenwart glänzte. Steile Flächen fangen das Licht, die Stockrosen legen Farbe auf. Eine Amsel schlüpft durch ein Loch in der Luft. Plötzlich ist es lange her, daß Glocken waren.