Geographie

Ein Eichhörnchen im Kirschbaum; die kaum knöcheltiefe, kieselklare Oure; die Ebene mit Blumenwiesen nach der einen, Gerstenfeldern nach der anderen Seite; die Hügel in der Ferne, deren Füße in der Tiefe verborgen im Fluß stehen; eine Ortschaft an den Hang geklebt, die wir kennen müssen und nach Auskunft der Karte tatsächlich kennen. Nasse Hunde interessieren sich für die Brötchentüte und stolpern über den Rucksack, Grabmale stehen in Grüppchen beieinander, beschattet von voluminösen Eichen. Symboliken des Untergangs, kirchenartige Oberflächen im Bogengang, Inschriften, die von einem Grauen berichten, das an diesem wunderschönen Ort ungreifbar und fern ist. Eine Art Dankbarkeit stellt sich ein, darüber, daß dieser Ort, indem er an das Böse erinnert, es für uns weit wegführt, an einen anderen, verschlossenen Ort voller Dunkelheit. Hier aber käme man gern öfter her, Friede strömt von den Eichen, dem Gras, dem Mäuerchen, das Licht steht ringsum in den Feldern, am Fluß ziehen die Weiden stromauf und stromab wie sanfte Herden.

Alte Wege, vertraute Orte flüchtig aufgesucht, wir haben es eilig, nach Hause und ins Bett zu kommen. Ich sage, hier haben wir uns über Iain M. Banks unterhalten, meine inneren Landkarten sind voll von solchen Orten, die mir, egal wo, Wehmut nach etwas Verlorenem einflößen. Je älter ich werde, desto mehr bevölkert sich die Geographie meiner Erinnerungen mit unerreichbaren Orten der Zeit und der Sehnsucht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert