Kein Sommer

Kaum angekommen im Haus der Eltern, sehe ich überall nur Abschiede. Noch einmal in den Wald und fühlen: bald verstummen wieder die Vögel, und die Hallen weiten sich verlassen und wie ausgefegt. Staubige Wege saugen durstig am Schatten der Buchen. Auf einen Weg getroffen, den ich zuletzt vor vielen Jahren in umgekehrter Richtung hinaufgelaufen bin, dort abbiegen, wo ich oft abgebogen bin, aber in den letzten Jahren nie mehr. Auch hier, in diesem Gastwald, haben sich schon Vergangenheiten angesammelt, so viele, daß es wieder ein Abschied ist, jedes Mal, wenn ich mich hier bewege: Das eigentliche ist bereits vorbei, die Hoch- und Blütezeit, man blickt zurück, und weil es schon so viel gibt, auf das man zurückblicken kann, bewegt man sich nur noch in einem Nachhall der großen Musik, die längst verstummt ist.

0 Gedanken zu „Kein Sommer

  1. „… daß es wieder ein Abschied ist, jedes Mal, wenn ich mich hier bewege: Das eigentliche ist bereits vorbei, die Hoch- und Blütezeit, man blickt zurück, und weil es schon so viel gibt, auf das man zurückblicken kann, bewegt man sich nur noch in einem Nachhall der großen Musik, die längst verstummt ist.“

    Großartig. Wie Musik.

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