Hürxberg am Ellerntubel, 14.9.2018

Unruhige Nacht: Die Katze, auf die ich aufpassen sollte, traf, was hätte verhindert werden sollen, mit der Nachbarskatze zusammen. Die Flurtür hatte aufgestanden, warum? Weil ich einen kaputten Staubsauger nach draußen bringen mußte. Warum? Weil das Rohr heiß wurde und zu rauchen begann. Heiße Luft stieg davon auf und ließ ein über den Stuhl gehängtes Handtuch flattern. Vielleicht sollte ich das Ding aufschrauben, damit im Rohr voneinander gelöst würde, was jetzt in chemisch brisantem Kontakt geraten war? Aber in meinem Schraubendrehersatz fand sich kein passender Kopf. Mit solchen Fragen war ich beschäftigt, als der verhaßte Nachbar aus der Tür trat und mit ihm die fremde Katze.

Morgenkaffee in Hürxberg auf der Matratze. Die vertrauten Bücher im Arbeitszimmer meiner Mutter, freundlich lächelnd nicken sie mir aus dem Regal zu, man kennt sich, wie Stammgäste in einem Café sich kennen, einander zur Kenntnis nehmen und wohlwollend in Ruhe lassen. Im Radio läuft ein Stückchen für Klavier von Arvo Pärt, Für Alina. Damit muß man sich beizeiten auch mal beschäftigen.

Der Rest des Kaffees geht runter mit Vivaldis Distelfink, von dem ich nur den zweiten Satz bemerkenswert finde. Es wird langsam hell, vom Fenster sehe ich, wie Artisten gleich die Fichten am Kehrang vom Zeltdach des Nebels steigen. Die Eltern schlafen aus, ich drehe eine Runde durch den Lieblingswald.

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