Der Himmel abgerissen und

Der Himmel abgerissen und sonnengebleicht, wie ein halbes altes Werbeplakat, die Ü-30-Party vom Mai oder vom letzten Jahr an die Scheunenwand von Bauer Ulf gebeppt, damals, du weißt schon, als wir noch Ü-30 waren: Gespalten in blau und weißgrau, Schichten über älteren Schichten, Landschaften mit Höhenlinien aus Wasserdampf. Oder ineinander verschränkte Finger, dazwischen blinzelt, sich zum Morgengrauen erhebend, die wasserklare Atmosphäre. Darunter preßt der Höhenzug der Ville in die feuchte Dunkelheit des Rheintals ein Knie. Lichter säumen die Ebene wie eine Hafenanlage, darüber hockt die von der eigenen Schwärze niedergedrückte Masse des Siebengebirges. Den Weg in Richtung Alfter über die Gärten genommen, am Rand balancierend wie ein Schlafwandler, ein Traumtänzer und Wolkendeuter, dann hoch zum Jüdischen Friedhof, am Indianerlager vorbei und über das Sträßchen in den Wald. Zuverlässig wie das Lotsenbirnchen an einem Lichtschalter im Flur brennt eine Leuchte vor dem Kruzifix am Parkplatz. Auf die Stirnlampe verzichtet, Hindernisse kann man noch gerade so eben erkennen, man tritt in etwas Weiches, hofft, daß es weder Hundekot noch eine Schnecke ist. Spnnweben heften sich an Knöchel, Knie, Mützenschirm. An den Spülsäumen der Dunkelheit grasen Pferde. Man meint, schon den anschwellenden Autolärm von der L 182 zu hören, der Sommer geht, die Menschen kehren aus dem Urlaub heim, schon wird es hektischer und lauter, die Welt gehört sich nicht mehr selbst. Noch eine Woche Ruhe, schreibe ich einer Freundin, bevor der Zirkus wieder anfängt.

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