Ein Winkel, aus dem sonst nie Licht einfällt, zeigt sich hell erleuchtet. Die Quelle befindet sich oberhalb des Fensterrahmens, vom Bett aus nicht zu sehen. Als hätte sich im Laminat eine bislang verborgene Falltür zu einem Untergeschoß geöffnet, aus dem Licht unklarer Herkunft herauströmt, klafft vor dem Bett ein helles Dreieck. Vorsichtig tastet man mit dem Pantoffel in der verschwommenen Lichtbrühe herum. Wie leicht rutscht man hier ab. Es ist, als hätte das Zimmer sich gedreht und dabei noch Schlagseite bekommen. Die Himmelsrichtungen stimmen nicht mehr, das Fenster zeigt die bleichen Giebel fremder Häuser. Schornsteine, Antennen, ein schwebender Zaun. Umrisse sind verlängert, Kanten gestaucht, Mobiliar und Gerätschaften tragen Masken, auf der Spüle sitzt ein gläserner Elefant, aus dem Sofa scheint eine riesige Zunge zu hängen. Es ist weder Tag noch Nacht. Es ist beides zugleich. Tiefe Stille herrscht, während der Tau fällt und der Mond die Morgendämmerung vorwegnimmt. Es ist, als hinge man kopfüber von einem gekippten Spiegel, und das Licht liefe wie sanft pochende Lymphe in den geblendeten Schläfen zusammen.

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