Aequinoctium

Himmel, geklemmt zwischen Wein, über Steine klettern die Burgen.
     Wo deine Braue beginnt, öffnet die Ferne den Tag.
Höher greifen die Türme, entziffern die Gleichung der blauen
     Säume des Morgens, vom Feld holen die Wege den Lenz.
Mühlen gründeln im Tal, im Rucksack meutern die Karten,
     Hügel holen den Fluß zwischen den Büchern hervor.
Nie ist es weit zu den Schiffen, der Abend hält schon die Lampe.
     Wo deine Braue beginnt, schließt sich die Ferne im Kuß.

6 Gedanken zu „Aequinoctium

  1. Ist. Das. Schön. Oh! Und die Stirn des Tages gerade ebenso breit wie die nächtliche.
    (Lieblingsvorstellung: die Kartenmeuterei im Rucksack. Da hab ich sofort Bilder vor Augen.)

    1. Oh, das freut mich, daß Ihnen das gefällt!

      (Solange nur die Karten meutern, geht’s ja. Aber wenn die Wege desertieren, dann braucht man gutes Schuhwerk und Sinn für die Himmelsrichtungen … Aber das brauche ich Ihnen ja nicht zu erzählen.)

        1. Ach, wissen Sie, sprechen ist zuviel gesagt. Ich radebreche Kompaß (damit habe ich aber noch immer zur letzten Nachhausebahn gefunden.)

          Ich denke, so viel Kompaß wie ich beherrschen Sie allemal — Wann soll es losgehen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.