Hieroglyphen im Kristall

Die Hand in der Sonne und der kleine Schatten, den die Finger ins Laub werfen, und zu den anderen Schatten, im Ohr das ganze Jahr, und die bunten Mützen drüben an der Hecke, Limonadenflaschen unter dem Vergessen der Weißbuchen, das ganze Jahr, die Vorgärten mit ihren Marmorstimmen, ein ganzes Jahr, die Wolken im See und dann wieder übers Jahr und übers Feld, die Raben, der Bausch Dunkelheit am Feldrain, das Wort wieder denken, und die Schritte über den Kies knirschen lassen, langsam einen jeden. Nach einem Stein suchen, seiner glatten Kälte, den Adern und Hieroglyphen im Kristall. Die Hände an der Hose abwischen, stehenbleiben. Blumen in den Tonnen, so viele Blumen, die ihr Buntes verschenkt haben, Jahr um Jahr, ihre geliehenen Farben der Erde zurück, diese Töne von Ocker, Schilfhell und Tabakbraun, von Seeschlamm und Kastanienbleich, von Eichelglanz und Eckernstumpf, eine Erinnerung an eine Erinnerung an Farbe. Die Püppchen blicken ins Laub, und die bleichen Photographien, der Marmor mit den Schattentümpeln, es ist, als hätten selbst die Bäume den Blick gesenkt. In den Pfützen regt sich der Schimmer, knapp an den Rand geflackert, von Flämmchen. Ein jedes ein Fensterchen, das ein einsamer Wanderer aus der Ferne des dunkelnden Hanges erblickt, zu spät, rings neigt sich das Tal, das holst du nicht mehr auf. Es riecht der Acker nach Kaminrauch, dir aber bleibt nur der Weg, übers Jahr und übers Feld, morgen war schon, wieder nichts gemerkt, paß auf, nichts wird schneller reif als das gestern, das der heutige Tag sich so mühsam erringt.

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