Solstitium, eine Elegie

Tauben sahen mich an am Morgen, als alles zu
früh war.

Wo ich gewesen sei? Müde
hob ich die Hand.

Licht schoß von unten herauf. Die Menschen,
als hätten sie ihren

Koffer verloren im Zug, nichts
war begreiflich, die Bahn

kam nirgends an, die Tauben flogen davon, und
das Türschild

schwieg. Und als letzter Verlust
stimmten die Wörter genau.

Du hieß „du“ und „ich“ war ich, genau
wie wir hießen.

Wort für Wort ein Verlust.
„Nie“ hieß „vorbei“ und war „je“.

Einmal betratst du ein Zimmer, hattest von je
eins besessen,

Zimmer und Sternstaub und
Nacht. Ich aber löste mich auf,

hatte mich schon verloren, in Städten,
in zuvielen Leben

zuvieler Zeit, die je zuviele
Läufe begann

nie zu erreichender Marken. Du erst, als längst
schon kein Ort war,

hobst noch im Fallen es auf,
schenktest den Leib mir zurück.

Eines strahlendsten Morgens verließ dich
das Sternenstaubzimmer,

sparte der Raum dich aus,
wo ich zu früh mich erhob.

Nun, wo warst du? fragten die Tauben, zertraten
die Spuren,

zogen zu zweit durch die
Luft, ließen gesegnet mich hier.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.