Lichtwochen und ein Blick (7)

Jeder Schlaf war ein halber Schlaf, ein Schlaf des Mangels, der nach einem zweiten Schlaf rief, die Träume nach ihrem Gegenstück. Seine Brust nach E.s Rücken. Ein halber Schlaf bei brennendem Licht. Eine rohe Bewußtlosigkeit, während der Mond die Gardinen einschiente. Oft kam ihm ein Kitzeln in die Nase, so daß es ihn hochriß aus dem feuchten Kissen (hatte er sie nicht hereinkommen hören?) und er angestrengt starrte, unfähig, die Hand auszustrecken (ihr Haar in seiner Nase), aus Angst (aber war da nicht ihr Duft vernehmbar?), nur Bettzeug und Wand zu ertasten und schwitzende Leere. Duftlos. Es dauerte Stunden, ehe er erwachte. Zuviele Stunden blieben. An Schlaf nicht mehr zu denken. Manchmal war es so heiß im Zimmer, daß das Bett ihn auszuspeien schien. Dann stand er auf, trat in das Becken des Mondlichts und rauchte.

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