Normale Verhältnisse

heute im zug nach Köln der gedanke: es geht ja gar nicht, hat alles keinen zweck, laß es, du erreichst nichts, und selbst wenn–
ich kann kein normales verhältnis haben, um nicht schon von freundschaft und den damit zusammenhängenden leeren und schmerzenden phrasen zu reden, wie sollte denn ein normales verhältnis aussehen, verfädelt in die melancholie wie ich bin. wie sollte – weiß sie das? ist sie klüger als ich, mir darin voraus, tut sie das einzig richtige? hab ich es einfach noch nicht begriffen, daß ihr schweigen ein weises schweigen ist? das einzig richtige, denke ich und dann: wie sollte denn so etwas wie glück mit ihr aussehen, jetzt oder irgendwann, was, außer dem aufrollen der vergangenheit, haben wir denn noch? können wir noch einmal gemeinsam bärenbude hören und gemeinsam pizza backen, so daß es nicht eine wiederholung, nicht ein handelndes erinnern wäre?
wir können den faden nicht wiederaufnehmen wie man ein spielzeug wiederaufnimmt, ohne daß es eine art von nachahmung wäre und ich verloren im gestern, mit bewegungen, die verzweifelt so tun als ob.

0 Gedanken zu „Normale Verhältnisse

  1. Zitat aus: Bistdufrei.de – Bedienungsanleitung für die persönliche (R)Evolution

    Genauso wenig wie Sie sich einreden müssen mächtig glücklich zu sein, ist es notwendig, von Ihrem Unglück überzeugt zu sein und dies zu bedauern. Die Wiederholung Ihrer persönlichen Litanei ist identitätsstiftend im Guten wie im Schlechten, das sollten Sie bei Ihren Gedankengängen immer beachten. Sie sind eigentlich nur das, was Sie (warum auch immer) häufig genug im Denken und Handeln wiederholt haben. Sie sollten in Ihrem Lebensstil also mehr Wert auf Aktivität legen, und zwar nicht im Sinne von „alles ist toll“ , sondern indem sie konstruktiv sind statt zu zweifeln. Dabei lernen Sie begreifen, dass jede Aktivität Ihrer Person entstammt, aber Ihr Handeln und Denken immer auch Ihre Person konstituiert. Ihre Seinsweise von heute legt durch den Vollzug dieses gewählten Seins die Grundlage Ihres Seins von morgen.

    Herzliche Grüsse

    Martin Fickinger

    Martin.Fickinger@bistdufrei.de

    http://www.bistdufrei.de

  2. es geht nicht um faden wieder aufnehmen,
    geht nicht um wieder,

    kann es anders nicht sagen außer platt-banal (versuche nachzufühlen für feinheiten):
    es geht um leben. ihr seid zwei wesen. sei offen, urteile nicht (wenn es schmerzt, sieh nach – was?),
    sei dankbar,
    über vergangenheit nachdenken ist nahe am urteil,

    zeit ist nichts, ihr seid alles,
    egal was,
    die relation verfälscht,
    dass ihr seid,

    sei offen lieber tth sei offen, nicht
    verhangen
    in der alten zeit

  3. REPLY:
    verhangen bin ich, aber ich urteile nicht. etwas war und war gut und ist nicht mehr, und darüber bin ich traurig. und auch die dankbarkeit kann von trauer durchwoben sein.

  4. Wenn überhaupt, dann geht das nur nach sehr langer Zeit, und dazwischen braucht es eine Pause, in der man sich nicht sieht, hört oder liest, damit heilen kann, was jetzt noch viel zu wund ist, um ein normales Verhältnis oder gar Freundschaft zu leben.

  5. REPLY:
    das ganze ist zweieinhalb jahre her und ich selbst war zwischenzeitlich auch anderweitig involviert … von “frischen wunden” kann also die rede nicht sein.

    paradoxerweise haben wir uns unmittelbar nach der trennung ausgezeichnet verstanden und sehr viel zeit miteinander verbracht. das änderte sich in dem augenblick, als sie mit einem anderen zusammenkam.

    na ja, vielleicht war das auch erst die eigentliche trennung, ich weiß es nicht.

  6. REPLY:
    Es muss auch gar nicht einmal frisch sein, um noch zu wund für normale Verhältnisse zu sein. Wenn es noch nicht geheilt ist, klappt das nicht.

    Und dass sich das mit dem ausgezeichnet Verstehen änderte, als sie mit dem anderen zusammenkam, ist auch nicht verwunderlich. Passiert häufiger. Denn das ist dann der klare Schnitt.

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