morgens

die zeit der dunkelläufe geht zu ende. die vögel kündigen hellere frühstunden an, schon liegen dämmerungen voll rotkehlcheneinsamkeiten über schimmerndem stahl. am morgen, zwischen trübmond im westen und oxydblau im osten der erste der zaunkönige, und später, leuchtend aus dem dunklen gewirr von brombeeren, ahorn und kiefer, die unsichtbare amsel.
die beine haben das laufen nicht verlernt, doch sind sie schwer, winterschwer, träge von ruhetagen, fiebertagen. aber die lust ist wieder da, zum erstenmal nach wochen, die lust am entzücken, am atmen, am fluß der bewegung, die lust an erschöpftsein.
jeder morgen ein stückchen heller, eine vogelstimme mehr. bald kann die stirnlampe zu hause bleiben.

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