schreiben: eine halbe stunde täglich am projekt, manchmal, selten, mehr. eine halbe stunde gesammelte morgenfrühe zwischen bad und fahrrad, wenn die wirkung des coffeins sich gerade voll entfaltet hat. wie wird das im winter, wenn mein zimmer wieder doppelverglast gespiegelt mir aus dem fenster entgegentritt. beeinflußt es mich, ob die meisen sticheln, der regen rauscht oder die sonne in den hof hinabsteigt? schreibe ich in winterkälte und heizungsluft anders, als wenn mir der schweiß auf die tastatur tropft? ich hab schon einmal lange winterwochen geschrieben, einen der vielen rümpfe der alten geschichte, von denen jeder ein schatz wäre, wenn etwas schlüssiges und sich zum kreis schließendes dabei herausgekommen wäre – wenn ich es hätte herausformen, herauszwirbeln können aus den ansätzen, allein … aber davon will ich ja nicht schreiben. eigentlich glaube ich nicht, daß das anders war, auf eine verallgemeinerbare weise anders, meine ich, als das, was ich diesen sommer zu papier (oder zu dünnschichttransistor) gebracht habe.
eine andere frage ist: kann man einen roman in halbstundensitzungen schreiben? ich meine, ist es möglich, logistisch, gedanklich, ariadnefädig, zeitlich? mein tempo die letzten zwei monate: 5 seiten die woche (die seite bedeutet bei mir 60 zeilen à 30 anschläge, sofern das auf dem computer und mit proportionalschrift überhaupt ein sinnvolles maß ist). aber ist das nicht belanglose arithmetik bei einem vorhaben, dessen genaue struktur und fülle noch gar nicht feststeht?

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  1. ähnliche gedanken machen mir auch immer zu schaffen – um im nachhinein zu merken – gewisse dinge brauchen ihre zeit – egal wie schnell oder wie langsam ich daran gehe.

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