Atalante (9)

dafür bist du nicht da, die papierschnipsel meines lebens wieder einzusammeln. passen will vieles nicht mehr. scharfe ränder, ausgefranste brüche, zerschlissene falzungen, und manches gar angesengt, verkohlt, unkenntlich geworden.

das ist nicht deine aufgabe, Atalante. du kannst mich nicht retten; aber vieles wäre so viel einfacher mit dir zusammen. nein alles. und vieles möglich, wozu ich nun nicht einmal den kopf aus den kissen zu heben vermag. nicht mich retten, Atalante, aber da sein, damit ich mich selbst retten kann.

du findest diese elf jahre nicht schlimm, sagst du; aber vielleicht ahnst du nicht einmal, was für besondere gründe ich habe, sie meinerseits schlimm zu finden?

du trugst den hauch eines bitterherben parfums. hast du mich einen augenblick, so flüchtig wie der schlag eines falters, an mich gedrückt, als wir uns zum abschied umarmten im flur? habe ich es mir eingebildet? ich lächelte noch einmal schräg nach oben, ehe mich das treppenhaus aufnahm: du standest noch auf dem treppenabsatz vor deiner tür und sahst und lauschtest mir nach. ich hörte die tür nicht ins schloß fallen, solange, bis wieder nacht war.

>>supra

<<infra

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0 Gedanken zu „Atalante (9)

  1. ermunternden zwischenruf ausstoßend(örgs, das liegt an der wm!), also streichen, ein leises zustimmendes murmeln hinterlassend, wunderschönes projekt, lese immer noch mit, sehr stark, mir scheint du findest deine sprache!

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