kein

niemand
schreie ich ins nichts
und das nichts
nimmt es hin

das schweigen hat viel raum
da kann man schreien so viel
man will.

paßt immer noch ein
keil verzweiflung
hinein irgendwo
zwischen einmal stille
und zweimal stille

wieder schweigen?
nein
jedes
schweigen
hat ja seine eigene maske

und darunter
wir selbst, unerträglich
gespiegelt

jede keine antwort
ist eine neue keine antwort
ein nie gehörtes kein ja
ein ganz frisches kein lächeln

wie ein frühlingsmorgen
ja, jedes abwenden
lächelt auf seine eigene weise, und

jedes mal leerbriefkasten
fügt dem warten
ein neues steinchen zu

hart wie glas
draus baut man sich einen palast
da ist viel platz, wie im nichts
zeit hat man ja nun

genug

0 Gedanken zu „kein

  1. fluss! und wirklich: bis genug ist. einzig der “leerbriefkasten” hat mich etwas gestört. (vielleicht: “jedes mal briefkastenleeren”, oder: “jedes mal briefkastenleere”). das klänge etwas weniger konstruiert. aber sonst: ein ganz frisches lächeln!

    und, aber das ist jetzt pedantisch, aus draus vielleicht daraus drausmachen.

    aber bitte nicht missverstehen. das war so das 1. und 2., was sich bei mir nach der lektüre regte.

  2. REPLY:
    ich nicht derselben ansicht bin: dies ist wirklich das erste mal “literarisch-technischer” kritik an einem meiner texte. darüber freue ich mich.

  3. finde gerade konstruierten leerbriefkasten gut. Die Alternativvorschläge, da regt sich in mir das Klischee (sorry@hab).

    jede keine antwort
    ist eine neue keine antwort
    ein nie gehörtes kein ja
    ein ganz frisches kein lächeln

    Das gefällt mir gut.
    ja, jedes abwenden / lächelt auf seine eigene weise

    oh wie, wahr.

  4. REPLY:
    ich hatte gar nichts gegen den “leerbriefkasten”. bei meiner lektüre war (ist es nach nochmaligem lesen immer noch) da nur das gefühl, dass metrisch (oder vielleicht besser: rhythmisch) etwas leicht eckt* und mit den (zugegeben nicht ans original reichenden) alternativen sollte die semantik einigermassen erhalten bleiben.

    * vielleicht ist das ja sprecherabhängig …

    bei daraus/draus fand ich allerdings, dass da mit “draus” ein etwas unerwarteter ausflug ins umgangssprachliche gemacht wurde. aber auch dort können ja schreie nicht gehört werden …

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