septembermorgen

draußen war eines morgens wieder draußen.
ein graureiher strich die tage ab.
wolken schüttelten die fäuste,
und das tolle windkind zog die föhre an den haaren,
wieder und wieder. die laternen trugen bärte.

auf dem bahnsteig des balkons sahen
die erikablüten auf die uhr.
tropfengeklingel zuckte die achseln,
darüber wurde es morgen, ehe
es sich die gießkanne versah.

es geht über nacht, dachte ich, über nacht.
die kinderstimmen trieben welk auf dem vogelbecken und
die zugvögel buchstabierten die weite.
der efeubekränzte
könig mit-dem-dicken-bauch betrachtete
nachdenklich sein szepter.

da war es schon spät und noch einmal still.
und die stunden flüsterten sich was zu.

0 Gedanken zu „septembermorgen

  1. (16.9.05 11:37)
    schön!!
    fühlbare Bilder. draußen ist jetzt tatsächlich wieder draußen. wie wunderbar ausgedrückt!

    (23.9.05 13:39)
    wirklich wunderbar geschrieben! der für mich schönste satz: tropfengeklingel zuckte die achseln, darüber wurde es morgen, ehe es sich die gießkanne versah.

    (23.9.05 13:40)
    ich denke ich werde mir irgendwann zeit nehmen und mir dein gesamtes weblog durchlesen, mir scheint hier sind viele perlen versteckt…

    (23.9.05 14:22)
    oh, danke … danke schön!

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