der 1. mai

Unsere Füße verwirbeln Sonnenlicht, über uns fällt Blauduft nieder, und unsere Finger zerkrümeln die süßen Stunden dieses ersten Sommertages. Während die die Uhren langsamer gehen, duften Arme, Hände und Wangen. Träge wälzt sich der Fluß. Im hohen Gras schwimmt ein Hund.

Früh aber wird es dunkel und das junge Jahr reckt verschlafen die Glieder. Unterm müden Himmel duftet die Wiese. Fledermäuse weben die Nacht herunter. Die Kaninchen fliehen vor den lauten Leuten; uns aber bemerken sie gar nicht. Stimmen deuten und zeigen, Worte sprechen und verschweigen und lächeln dann still. Unterm Kopf schwelgt die Erde im Tau. Wolken spannen sich durchleuchtet von hier nach dort, zwischen fernem Geäst blitzt noch der gelbe Himmel, dann verkrusten die Farben und gerinnen zu vielfach ineinandergestellten Flächen. Wir schauen und sind müde und froh.

Das Dunkel verflüssigt sich in unseren Kehlen zu Wein.

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