Als könnte ich Herzschläge umblättern, mit Fingern, die wund sind von der Zartheit des Seidenpapiers: so ließe sich die Zukunft vielleicht auswendig lernen, wenn man nur schnell genug wäre und ihr zuvorkäme. Aber ich sehe mich schon wieder meinem Schatten hinterherlaufen, ihn einzuholen hoffnungsvoll bemüht. Ein leerer Raum spannt sich erstickend um mich, so leer, so sehr überhaupt Raum, das es mir eng wird um brust und Mund und Glieder. Wo bin ich selbst in all dem Gefäde und Gezerre von Dimensionen? Wo stehe ich, ist mein Platz, was habe ich in meinen Händen, das ich anbieten könnte? Ich weiß nicht, was verlangt wird. Ich weiß nur, daß etwas verlangt wird, weil ich selbst voller Verlangen bin. Doch stehe ich am Rand, in der Mitte, oder wo? Plötzlich verschiebt sich alles, und es steht zu erwarten, daß sich noch mehr noch ärger verschieben wird, ein Schock der Erkenntnis: Du bist gar nicht so, nicht der, für den du dich hieltest. Eingenistet in bequeme Annahmen habe ich mich.

Es bleibt nur, unstillbar, unergründlich, unauslotbar, der Wunsch: zu gefallen. Das Wasser reichen zu können. Als könnte man sich und andere an sich selbst und anderen messen. Alles ist erlaubt, nichts ist möglich.

Und ich muß mich seit neuestem fragen: Wie wäre es? Ja, wie wäre es überhaupt?

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