Nachmittag

Die Sonne schneit ein vorletztletztes Mal auf Gräber. Licht zerwühlt Gelblaub. Blätter schlürfen an den Schritten. Leere Gießkannen stehen in blauer Einsamkeit, starren ins nadelgeschmückte Wasser, woraus ihnen ihr Spiegelbild traurig entgegensteigt. Schwarzgekleidete Trauer wartet hinterm Tor: Doch Lachen fegt alle Stille hinweg, und das Licht darf jubeln und willkommen sein. Alles ist nah und betastbar. Alles ist Jetzt und will den Augenblick sprengen. Vorher ist Nachher ist wieder vorher, ehe sich alles in einem Wirbel verabschieden darf und als Erinnerung Schönheit wird. Die Gräber umkreisen sich. Die Blicke verstecken sich bald, bald springen sie umeinander wie junge Hunde. Und da ist plötzlich schon immer alles ganz einfach. Überall lächelt es. Und die letzten Fremdheiten trugen die Marienkäfer fort nach Nimmerland.

Ein Streif und eine Berührung unter Wolle hier und Wolle da. Schritte laufen aufeinanderzu nebeneinanderher. Nichts war vorher, und die Stunden haben den langsamen Schwung ihrer Herzen eben begonnen.

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