24. An Claudia

Wieder festlicher Sommermorgen, mit verspieltem Laub, trockenem Staub auch überall, trotzdem frischklare Luft. Ich öffne die Jalousien im Büro, und der Tag drückt sich in all seiner Größe und Helle herein. Ich will mich freuen. Mein Herz setzt an, zu jubeln. Aber es stimmt nicht, und das Blausein da draußen, die schlummernde Wärme, die Kühle am Fuß der Bäume, es lähmt mich das alles. Es lähmt mich das viele viele Licht. Dieser Sommer ist so spät, daß er mir fremd und verwirrend in den Händen liegt. So seltsam, daß er wie sein eigener Nachhall ist.

Heute. Heute noch einmal, Claudia. Dann kommt das Schweigen. Und vielleicht auch das Vergessen. Ein Sommer weniger. Wieder einer vorbei.

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