18. Sterne

Wenn die Nacht kommt
Und die Stimmen erwachen
Wenn die Finsternis naht
ungerufen wie meist
und die Zufluchten der Stille
abhanden kommen.
Wenn der Himmel sich abwendet:
An welche Sterne hängen wir dann
das Gewicht unserer Seele?

Musik von irgendwoher, Schönheit in
ihre Schranken verwiesen. Unmöglich,
irgendetwas, Seele, Tag, Nacht, Stern, Mond,
Lied, Meer, Land, Wüste, Wald,
auszuhalten, ließen wir ihr,
ließen wir der Schönheit die Zügel gehen.

Aber die Nacht kommt auch ungerufen, und
die Sterne, die Sterne: vergessene Speise der Engel,
verworfenes Mahl, abgelegtes Singen, nachlässig erübrigt, die
Sterne tragen die Last unseres Herzens nicht.

Sagtest du nicht: Halte mich fest, begrenze mich?
Aber du sollst Nacht werden
und Himmel.

Soviele Blicke an dich angehängt. Ziert dich nicht
die Liebesfeuchte sovieler Lider?

Aber falsch: unter deinen Füßen ruht die Straße. Es ist
nicht so, wie ich dachte, und deine Hände schütteln
Liebe von den Bäumen. Greif
in mein Herz, greif durch mich hindurch, nimm mit,
was du an Toden findest, such dir den schönen Schmuck aus und
Die schillernde Einsamkeit, den Vogel, die Spur
seines Fluges im Licht des Morgens
das Gesicht in der Fensterscheibe, das Eisige
des Fingers, der
deine Wange ungefragt berührt hat.

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